Donnerstag, 18. Februar 2016

High, higher, high heel

Klickklack, klickklack,
ticktack, ticktack,
High, higher, high heel,
oder kein deal,
sei perfekt,
immer adrett,
glatte Haut,
Fehler, nicht erlaubt,
eine Runde weiter,
Angst, ständiger Begleiter,
Angst vorm Menschsein,
alles nur ein Schein,
umgeben von blitzenden Augen,
die die Seele aufsaugen,
nur weiter auf dem Steg,
der bis zum Abgrund geht,
eine schrille Stimme ertönt,
die jeden Schritt verpönt,
jeder Biss
im Gebiss
einer zu viel,
vorbei mit dem Deal,
Egal wie viel Haut,
Hauptsache,
das Cover verkauft,
bloß nichts sagen,
Konzentration
Auf den Magen,
schön klein,
fein, fein,
wehre mich dagegen
werde mir einen
Schokokuchen geben!










*http://www.hm.com/content/dam/life/good_looks/FEBB3-16-C-eye-makeup-trendsNY.jpg/_jcr_content/renditions/cq5dam.web.1496.997.jpeg

Dienstag, 26. Januar 2016

Der Duft, den es nur einmal gibt

Deine schönen Hände,
sie sprechen Bände,
deine Augen offenbaren
das innerste deiner Seele,
sie zeigen mir,
wie sehr ich dir manchmal fehle,
dein Lachen,
erfreut mein Gemüt,
als ob die schönste Blume erblüht,
dein Duft,
so einmalig,
den ich nie vergessen möchte,
deine Seele,
so glanzvoll,
sie schenkt mir Mut,
es tut mir gut,
deine Füße,
darunter das Paradies,
denn deine Schritte
führen mich
auf den richtigen Weg,
dich zu begleiten,
ein Privileg,
du gabst mir Leben,
hast mir stets vergeben,
bliebst Nächte lang für mich wach,
du wurdest nie schwach,
es gab dir wohl noch mehr Kraft,
wie hast du das geschafft?,
Deine Kochkünste,
besser, als jedes andere Gericht,
für mich,
immer ein wahres Gedicht,
eine Umarmung von dir,
schenkt mir Kraft,
komme ich nach Hause,
duftet es nach dir,
und du
verrätst mir immer noch nicht,
welch geheimnisvollen Duft du trägst,
den ich aus tausend Düften wieder erkennen würde...


Montag, 16. November 2015

Was ich sagen möchte...

Ich bin voller Wut. Meine Seele unruhig. Ich selbst, Muslima, kann in keinster Weise die Taten dieser Extremisten nachvollziehen. Frage mich, was sie wohl dazu bewegt? Ich bin wütend, wenn ich den Namen „Islamischer Staat“ lese/höre. Denn solche Barbaren können und dürfen nicht mit dem Islam in Verbindung gebracht werden. Auch wenn sie sich selbst so nennen – na und? Ich nenne sie einfach nur Barbaren, Terroristen, Unmenschen. Abgesehen davon sterben täglich Muslime selbst, die dem ISLAM angehören, durch terroristische Anschläge. Warum also „Islamischer Staat“?
Seit meiner Kindheit wurde mir beigebracht, dass Friedfertigkeit und Barmherzigkeit eine/n Muslim/a auszeichnet. Dass das Leid anderer erkannt werden soll und dann beseitigt werden soll. Dass die Wahrheitsliebe essentiell ist. Und dann kommen solche Unmenschen, die sich  gerne mit dieser Religion identifizieren möchten. Nein, danke! Das kann und werde ich nicht akzeptieren! Diese Menschen, die fälschlicherweise davon ausgehen, durch solche Taten ins Paradies zu gelangen, kennen den Islam doch gar nicht. Haben sie jemals den Koran gelesen? Jemals aus tiefstem Herzen voller Demut gebetet? Jemals Barmherzigkeit walten lassen? Sicherlich nicht.
Unwissen ist das Unheil, das viele Gebiete im Osten verfolgt. Würde die Jugend von anderen Menschen aufgefangen werden, um ihnen die wahre Essenz des Islam, aber auch generelles Wissen nahe zu bringen, würde man schon so einiges erreichen. Wissen erweitert den Horizont und lässt (oft) Vernunft walten. Doch nicht alle Jugendlichen dieser Länder können hiervon profitieren. Sie unterliegen der Schreckensherrschaft dieser Terroristen. Ihr Schicksal liegt in den Händen dieser Unmenschen.
Hier handelt es sich um territoriale und politische Ansprüche – religiöse Vorwände gelten als Mittel zum Zweck. Die Wahrheit ist, dass es keine Lösung gibt. Wir befinden uns in dem Modus der Ohnmacht. Frankreich reagiert auf den Terror mit Krieg. Doch ist das wirklich die richtige Entscheidung? Sollte Frankreich nicht andere Strategien wählen? Dies sind keine vorwurfsvollen Fragen. Es sind Fragen, die etwaige Alternativen in Erwägung ziehen, um Krieg aus dem Weg zu gehen. Was können wir bloß tun? Wie reagieren wir richtig?
Viele fordern (warum auch immer) nun von Muslimen, dass sie sich deutlich und öffentlich von diesen Anschlägen distanzieren sollen. Ich und Millionen anderer Muslime tun dies. Beten über eine (Schweige-)Minute hinaus und flehen Gott um Hilfe. Im Mittelpunkt des islamischen Glaubens liegt das tägliche Gebet. Ich bete für die Opfer und die Hinterbliebenen, für Frieden und gegen Terror, für Gerechtigkeit und gegen Ungerechtigkeit. Dies ist meine Art der Distanzierung und ich bin fest davon überzeugt, dass dies etwas bewegen kann.

Möge Gott Gerechtigkeit walten lassen, den Opfern des Terrors in Frankreich und weltweit das Paradies gewähren, Frieden einkehren lassen und die Terroristen in jeder Hinsicht zu Verlierern werden lassen! 

Dienstag, 3. November 2015

Frag mich doch

Oh mann, dachte ich mir,
schon wieder eine Schlagzeile,
die mir mitten ins Gesicht schlägt,
Oh mann, oh mann,
und scrolle immer desinteressierter und aufgewühlter auf der Seite weiter,
was soll das?,
frage ich mich kopfschüttelnd
und verliere inzwischen das Interesse komplett,
eigentlich tangiert mich das peripher,
doch irgendwie lässt es mich auch nicht in Ruhe
diese ständige Schuldzuweisung,
Abweisung,
Anweisung,
überall steht man unter Beobachtung,
als sei ich ein Ausstellungsstück im Museum,
aber Hey!
Ich kann auch reden!
Frag mich doch,
Anstatt den Focus,
der eigentlich gar keinen richtigen Fokus hat,
denn er trifft immer daneben,
nie auf den Punkt,
Frag mich doch,
ob ich rechtlos bin
oder nicht,
frag mich doch,
warum ich ein schwarzes Kopftuch trage,
und kein gelbes, rotes, blaues, oder buntes,
vielleicht ist es auch einfach nur Style,
und ich kombiniere es gerade zu den schwarzen Punkten auf meinen Socken,
wer weiß das alles schon besser,
außer der Person selbst,
die betroffen ist,
frag mich in der Bahn,
im Bus
oder an der Haltestelle,
ich werde dir immer antworten
auf  deutsch,
mit Prädikaten
und Adjektiven
Präpositionen und
einem Lächeln auf meinem Gesicht,
denn ich würde mich darüber freuen,
gefragt zu werden,
lass uns gemeinsam in den Fokus des Spiegels rücken
und die Welt und Zeit verändern!

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Die Grenzen des Grundgesetzes


Mit den „besorgten Bürgern“ nimmt die Anhängerschaft der Pegida zunehmend zu und die Politiker, und mit im Boot die Demokratie, bewegen sich so langsam aber sicher an den Hafen der absoluten Unsicherheit. Frau Merkel, aus einer wohlgemerkt christlichen Partei, wird zu viel Gutmütigkeit vorgeworfen. Denn politische Entscheidungen würden nicht mit dem Herzen, sondern mit Verstand geführt werden – so die Mehrheit der CDU-Mitglieder selbst. Ganz genau, denn das Grundgesetz ist zwar gut durchdacht, aber moralische Richtlinien und Normen sind eine Rarität. Reinster Verstand, wenig Moral.
Die Demokratie könnte gerade zurzeit als eine herzlose und eiskalte Mutter beschrieben werden, die ihren Kindern nicht genügend Mitgefühl vermittelt hat. Doch in Anbetracht der Umstände ist genau dieses Mitgefühl und andere moralischen Sitten auch in der aufgeklärtesten Gesellschaft ein wichtiger Bestandteil. Diejenigen, die nicht das Glück hatten, solche Sitten durch ihr Elternhaus vermittelt bekommen zu haben, sind Menschen mit wenig Verständnis für das „Andere“. So wie der Gesellschaftstheoretiker Bourdieu bereits feststellte, dass vieles, was der Persönlichkeit zugeschrieben wird, abhängig von der frühzeitigen Orientierung sei, die unweigerlich durch das familiäre Milieu bestimmt werde.[1] Doch eine gesunde Gesellschaft, eine gesunde Demokratie, sollte ebenfalls Werte vermitteln, die eine schlechte Luft vermeiden. Es sollen keineswegs Regelungen aufgezwungen werden, doch es sollten von Beginn an Grenzen aufgezeigt werden, die eine geschmackvolle Gesellschaft prägen sollten. Diese Gesellschaft sollte geprägt sein von Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Ordnung, Mehr-als-Toleranz: Akzeptanz usw. Doch, so wie es aussieht, wird die Demokratie noch selbst an der Luft ersticken, die sie produziert hat.
Journalisten, denen unzureichende Ressourcen zugrunde liegen, schreiben unfassbar einseitige Artikel. Hierbei steht vor allem der Islam im Mittelpunkt. Durch dieses unzureichend reflektierte Wissen, das an die Otto Normalverbraucher gelangt, werden Vorurteile geschürt, die wiederrum das Leben im Alltag erschweren. Ganz nach dem Motto: Daran ist der Islam schuld! Eben weil das doch in der Bild stand. Doch anstatt einer eigenen Meinungsbildung, saugen die Gehirne der Bevölkerung solche Informationen wie Schwämme auf. Diese Informationen setzen sich fest – für immer. Und dem Journalisten mit der knackigsten Berichterstattung winkt schon der Applaus, wenn nicht gar eine Beförderung zu.
Doch zurück zur Geschichte mit den Werten: Eine Gesellschaft sollte nicht nur ein kahles Grundsetz als Richtlinie haben, sondern viel mehr als das. Denn es herrscht ein gewisses ethisches Defizit im Recht. Das Grundgesetz versucht das Miteinander von Staat und Gesellschaft zu regeln. Doch  tiefgründiger wird es nicht.
Es soll keinesfalls eine Verordnung von Moral geben, sondern vielmehr sollte die Bevölkerung auf moralische Normen hingewiesen werden. Kants kategorischer Imperativ wäre an dieser Stelle eine gute Hilfestellung. Der Hinweis auf ein moralisch korrektes Handeln könnte sicherlich zu einem enormen Schritt innerhalb einer Gesellschaft führen. Dies würde das Leben um einiges erleichtern. Es würde weniger besorgte Bürger*Innen geben und Gruppierungen wie Pegida o.ä. würden nicht solche Mitgliederzahlen erreichen wie heute. Denn die sich herauskristallisierende Tendenz der Ablehnung des „Anderen“ (also Einwanderer) zeigt auf, dass einigen Mitbürger*Innen wohl dieses ethische Bewusstsein für ein friedliches Miteinander an so manchen Stellen fehlt.
Sie verharren lieber in ihren eigenen Seifenblasen und stoßt diese mit anderen zusammen, platzt für sie diese Traumwelt in ihrer Seifenblase, in der sie leben.



[1] Bourdieu/Passeron, in Baumgart 1997: 235f